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Hier also zum Hauptthema,

dem Wohlergehen der alten Ponys und Pferde :

 Ich beschäftige mich seid vielen Jahren mit empirischer Verhaltensforschung bei Pferden - meinen eigenen und denen, die mir gerade „über den Weg laufen“. Und ein Thema beschäftigt mich seid geraumer Zeit am meisten: Gnadenbrot-Pferde und -Ponys. Ich möchte noch mehr Pferdebesitzern Mut machen,  ihren Tieren auch im Alter beizustehen, so wie es für viele Hunde und Katzen normal und üblich ist. Vorab aber erst mal eine Frage:

 

 

Was sind Gnadenbrot-Pferde ?

 So wie wir Menschen im Laufe unseres Lebens durch Unfall, Krankheit oder einfach aufgrund zunehmenden Alters unsere Leistungsfähigkeit verlieren können, so ergeht es auch den Pferden und Ponys. Irgendwann sind sie nicht mehr kräftig oder gelenkig oder schnell genug, können nicht mehr genug ziehen oder tragen, um uns Menschen zu dienen. Manche leiden mit der Zeit so sehr unter ihrer Gebrechlichkeit, daß es besser ist, sie von ihren Schmerzen zu erlösen.

Doch viele könnten noch über Jahre ein zufriedenes, artgerechtes Leben ohne oder mit an ihre Möglichkeiten angepaßten Aufgaben führen, wenn wir Menschen dies nur zuließen und sie nicht gleich zum Schlachter gäben, sobald sie unsere sportlichen Wünschen nicht mehr erfüllen können. Aber haben sie uns nicht solange es ihnen möglich war fleißig gedient? Haben sie nicht ein Recht auf ihre „Rente“, also ihr Gnadenbrot?

Natürlich verursacht auch ein altes/unreitbares  Pferd oder Pony Arbeit und Kosten. Oft sogar benötigt es noch mehr Aufmerksamkeit für seine kleinen Wehwehchen: Die müden Muskeln möchten massiert werden, die Gelenke benötigen ausgedehnte, ruhige Spaziergänge, um nicht steif zu werden.

Gnadenbrot-Dasein bedeutet nicht: Ich lade mein altes Pferd auf irgend einer Wiese, in irgend einem Stall ab und das war’s dann. Es braucht ja nicht mehr zu arbeiten, also brauche ich mich auch nicht mehr drum zu kümmern! Intensive und erfahrene Fürsorge sind ebenso nötigt wie Zeit für die tägliche Pflege der Tiere und ihres Lebensraumes und wie Geld für ihren Erhalt.

 

 

Gnadenbrotpferd - was nun?

Wissen, Fürsorge und Verständnis sind gefragt

Möchten die Besitzer eines alten oder eines kaum mehr reitbaren Pferdes weiterhin reiten wie bisher, muß das Pferd/Pony meist aus Platz- oder Kostengründen wenn nicht zum Schlachter, dann eben auf einen Gnadenhof weichen. Aber dabei verliert es nicht nur die Sicherheit der bekannten Herde in der gewohnten Umgebung, es büßt in der Regel auch den Umgang mit den vertrauten Menschen ein.


Langjährige Erfahrungen haben mir gezeigt, daß gerade alte Ponys und Pferde viel Fürsorge und Verständnis brauchen; und wer könnte sie besser verstehen als „ihre“ Menschen?

Der Verlust der Bezugsperson kann für ein altes Pferd schlimme Folgen haben: Das können Depressionen, Abmagerung, Aggressivität oder Krankheit sein. Normales oder aber ungewöhnliches Verhalten erkennt die vertraute und verständnisvolle Bezugsperson leicht schon in der Zeit, die das tägliche Füttern und Misten in Anspruch nimmt. Bei Problemen und kleinen Wehwehchen kann also sehr schnell  für Abhilfe gesorgt werden. Einem fremden Pfleger dagegen würde manches gar nicht auffallen und anderes würde er vielleicht überbewerten; so etwa bei einem hustenden Tier: Für eines sind 2-3 Huster pro Tag normal und belanglos, für ein anderes ist schon der erste kleine Huster allerhöchstes Alarmsignal, um sofort die nötige Behandlung zu beginnen.

Aus all diesen Erfahrungen heraus möchte ich gerne allen Betroffenen mit Rat - und soweit möglich auch mit Tat - zur Seite stehen und sie ermutigen, sich so lange wie möglich selbst um ihre vierbeinigen Senioren zu kümmern. Wir können Erfahrungen austauschen oder vielleicht sogar Haltergemeinschaften für Rentner-Ponys oder -Pferde gründen. Vor allem aber können wir uns darin unterstützen, gerade den Tieren, die uns so lange gedient haben, auch im Alter die nötige Fürsorge zu schenken und sie nicht einfach abzuschieben.

           

Was können Sie für Gnadenbrotpferde tun?

Haben Sie ein eigenes altes oder unreitbares Tier, kümmern Sie Sich auch weiter liebevoll darum. Besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt seine speziellen Bedürfnisse im Alter. Bilden Sie Sich mit entsprechender Lektüre zum Wohle ihres vierbeinigen Freundes weiter und sichern Sie ihm einen lebenswerten, artgerechten Platz. Denn am liebsten bleibt Ihr altes Tier weiter in Ihrer Obhut, dort kennt es sich aus und fühlt sich sicher. Dort ist es umsorgt von den Menschen, die schon lange seine Vertrauten und Freunde sind.

Möchten sie ganz allgemein die Arbeit für Gnadenbrotpferde unterstützen, kommen Sie und packen Sie mit an:  Machen Sie unseren „Alterchen“ eine Freude und kümmern sie sich z.B. um „Ihr Patenpferd“, pflegen es, sammeln seine Lieblingskräuter, äppeln seinen Auslauf ab, massieren es oder gehen mit ihm spazieren, helfen bei der Zusammenstellung und Verfütterung seines „Menüs“.

Über regelmäßige und zuverlässige Hilfe würde ich mich immer freuen.

Oder verwöhnen sie unsere Ponysenioren indem Sie Sich oder Ihren Lieben etwas Schönes aus meinem Tiermalerei-Stübchen gönnen, denn alle Einnahmen kommen ohne Abzüge den alten Ponys zu Gute!

 

 

            Was könne Sie tun mit Ihren alten Pferden?

Für Pferde , die einfach nur älter geworden sind muß das eigentlich gar keine Frage sein: einfach in etwa das mit ihnen tun, was sie bisher auch gerne taten, nur eben nicht mehr ganz so intensiv und anstrengend.

Das klingt ganz schön banal, nicht?

Aber es ist so:

Ein altes Pferd ist einfach in erster Linie immer noch ein Pferd.

Es benötigt artgerechte Haltung mit täglichem Auslauf/Weidegang mit seinen Gefährten, es braucht nun aber dabei vielleicht ab einem bestimmten Zeitpunkt eine ruhigere Herde ohne die frechen „Halbstarken“.

Es braucht seine tägliche Zuwendung durch „seinen“ Menschen.

Es braucht regelmäßige Bewegung, aber eben alles etwas ruhiger: lieber 2 Stunden gemütlich durchs Gelände schlendern oder traben, als die übliche Hausstrecke in 1 Stunde im flotten Galopp zu „bewältigen“. Die Muskeln, Sehnen und Gelenke sollen in Schwung bleiben und „gut geölt“ werden (natürlich mit Gelenkschmiere und nicht mit Maschinenöl...), müssen aber nicht mehr für Hochleistungen trainiert werden.

Die Anforderungen sollen immer den aktuellen Möglichkeiten entsprechen.

Und der Mensch muß immer wieder hinschauen, was das Tier braucht. Unsere Rösser können sich ganz gut verständlich machen, wenn wir nur aufmerksam genug sind: Sie zeigen mir z.B. wo sie sich wohl fühlen, wo sie weg möchten, wen und was sie mögen.

Hat das Pferd eine Krankheit, einen Unfall oder ein chronisches Leiden, so ist der behandelnde Tierarzt, der das Tier schon lange kennt zu befragen, was es noch tun darf.

Ein sanftes Aufbauprogramm für Rekonvaleszente habe ich schon xmal erfolgreich angewendet und damit immer wieder die Tierärzte verblüfft.

Auch ein Gnadenbrotpferd kann noch Aufgaben übernehmen wie etwas

als Fahr- oder Schlittenpferd, vor der Wiesenschleppe,

als Führzügelpferd für die Jüngsten oder für leichtere ängstliche

oder eventuell sogar behinderte Reiter,

als „Taxi“ auf dem Weg zum Futterwagen, zum Briefkasten, Bäcker o.ä.,

als Hand- und Packpferd beim Wandern oder Wanderreiten.

Es kann durchaus noch mit neuen Aufgaben konfrontierte werden

und so seinen Grips z.B. bei Trail-Übungen trainieren.

Haben Sie sich schon mal ein Fohlen oder  junges Pferd gehabt, das Sie für sich zuverlässig, gelände- und verkehrssicher erzogen haben? Nahezu alle Übungen, die mit einem jungen Pferd vor dem Reiten gemacht werden, können auch einem alten Pferd Spaß machen: Vertrauensstraining, Bodenarbeit, Spazieren gehen, baden gehen, Sicherheitstraining u.v.m.. Und immer alles angepaßt an die gerade gegebenen Möglichkeiten des Tieres.

Und was machen wir mit unseren „Alterchen“?

Genau all das, was oben beschrieben wurde, individuell abgestimmt auf jedes Tier.

Und als Krone des Ganzen unser (fast) jährliches Sommerfest, bei dem jeder zeigen darf, was er kann, egal ob Fohlen oder Gnadenbrotpony, egal ob Kindergartenkind, Jugendliche und  Cracks genauso wie  ängstliche oder behinderte Erwachsene.

 

sich im Schnee zu wälzen macht im Duett noch mehr Spaß!
sich im Schnee zu wälzen macht im Duett noch mehr Spaß!

Aktuelles:

ständiger Reiterflohmarkt

Betriebspraktikum  mit Pferden

Aktiv-Ausstellung Mit Hobby-Kunst rund um Pferde und andere Tiere

Ausprobieren und/oder fragen, was in der Reitschule nicht geht