Was könne Sie tun mit Ihren alten Pferden?

Für Pferde , die einfach nur älter geworden sind muß das eigentlich gar keine Frage sein: einfach in etwa das mit ihnen tun, was sie bisher auch gerne taten, nur eben nicht mehr ganz so intensiv und anstrengend.

 

Das klingt ganz schön banal, nicht?

Aber es ist so:

Ein altes Pferd ist einfach in erster Linie immer noch ein Pferd.

Es benötigt artgerechte Haltung mit täglichem Auslauf/Weidegang mit seinen Gefährten, es braucht nun aber dabei vielleicht ab einem bestimmten Zeitpunkt eine ruhigere Herde ohne die frechen „Halbstarken“.

Es braucht seine tägliche Zuwendung durch „seinen“ Menschen.

Es braucht regelmäßige Bewegung, aber eben alles etwas ruhiger:

lieber 2 Stunden im aktiven Schritt und Trab durchs Gelände streifen, als die übliche Hausstrecke in 1 Stunde überwiegend im flotten Galopp zu „bewältigen“.

Die Muskeln, Sehnen und Gelenke sollen in Schwung bleiben und „gut geölt“ werden (natürlich mit Gelenkschmiere und nicht mit Maschinenöl...), müssen aber nicht mehr für Hochleistungen trainiert werden.


Die Anforderungen sollen immer den aktuellen Möglichkeiten entsprechen.

Und der Mensch muß immer wieder hinschauen, was das Tier braucht. Unsere Rösser können sich ganz gut verständlich machen, wenn wir nur aufmerksam genug sind: Sie zeigen mir z.B. wo sie sich wohl fühlen, wo sie weg möchten, wen und was sie mögen.

 

 

Hat das Pferd eine Krankheit, einen Unfall oder ein chronisches Leiden, so ist der behandelnde Tierarzt, der das Tier schon lange kennt zu befragen, was es noch tun darf.

Ein sanftes Aufbauprogramm für Rekonvaleszente habe ich schon xmal erfolgreich angewendet und damit immer wieder die Tierärzte verblüfft.

Auch ein Gnadenbrotpferd kann noch Aufgaben übernehmen wie etwa

als Fahr- oder Schlittenpferd, vor der Wiesenschleppe,

als Führzügelpferd für die Jüngsten oder für leichtere ängstliche

oder eventuell sogar behinderte Reiter,

als „Taxi“ auf dem Weg zum Futterwagen, zum Briefkasten, Bäcker o.ä.,

als Hand- und Packpferd beim Wandern oder Wanderreiten.

Es kann durchaus noch mit neuen Aufgaben konfrontierte werden

und so seinen Grips z.B. bei Trail-Übungen trainieren.

Haben Sie schon mal ein Fohlen oder  junges Pferd gehabt, das Sie für sich zuverlässig, gelände- und verkehrssicher erzogen haben? Nahezu alle Übungen, die mit einem jungen Pferd vor dem Reiten gemacht werden, können auch einem alten Pferd Spaß machen: Vertrauensstraining, Bodenarbeit, Spazieren gehen, baden gehen, Sicherheitstraining u.v.m.. Und immer alles angepaßt an die gerade gegebenen Möglichkeiten des Tieres.


Und was machen wir mit unseren „Alterchen“?

Genau all das, was oben beschrieben wurde, individuell abgestimmt auf jedes Tier.

Und als Krone des Ganzen unser (fast) jährliches Sommerfest, bei dem jeder zeigen darf, was er kann, egal ob Fohlen oder Gnadenbrotpony, egal ob Kindergartenkind, Jugendliche und  Cracks genauso wie  ängstliche oder behinderte Erwachsene.


Aber eines bleibt bei uns seid langer Zeit jeden Tag gleich:

das Vertrauens- und Aufwärmtraining vor dem Aufsitzen:

das Pferd/Pony wird zuerst auf seiner Schokoladenseite 1-2 Runden geführt, dann auf der Zitronenseite.

1. Nachgurten.

Dann geht es wieder auf der Schokoladenseite mit mind 1 Runde weiter, bei der sanfte Bögen geführt werden, auch gerne über 1-2 Stangen; auf der Zitronenseite sind 2 Runden auf die gleiche Art dran.

Zur Überprüfung des Teams werden Schrittvariationen geführt: Arbeitsschritt, starker Schritt und "Schleichschritt" sowie eine besondere Stangen-Lektion:

Anhalten genau vor der Stange, 3mal tief durchatmen,

Vorderhufe über die Stange setzen lassen, loben,
3mal tief durchatmen,

Hinterhufe über die Stange setzen lassen, loben,
3mal tief durchatmen,

im Arbeitsschritt weiterführen.

Könner machen das nicht mit der Hufpaaren sondern Huf für Huf.

2. Nachgurten

und zur Aufsteighilfe gehen und einparken, dann sanft aufsitzen.

Das Pferd ist vorbereitet, hat den Menschen als verläßlichen Chef kennen gelernt und es ist kein Kampf um Kompetenzen im Sattel nötig, wenn mit solchen Lektionen die Zuständigkeiten vorab geklärt wurden.


Gemeinsame Ausflüge im Sommer

machen ebensoviel Spaß wie

gemütliche Schlittentouren

mit dem sorgfältig darauf vorbereiteten Pony

im Winter.

Wir fahren NUR mit offener Verbindung, damit bei problematischen Situationen sich Pferd und Schlittenfahrer sofort trennen und es zu keinerlei Unfall kommen kann.

In den letzten 25 Jahren hat das prima geklappt.

Und auf glattem Schnee kann die kleine Rappstute leicht 150kg ziehen, während der große Hannoveraner problemlos einen Erwachsenen und 7 Kinder in der Ebene  zog - am Berg konnten sich dann immer Papa und 3 bis 4 Kinder  hochziehen lassen  und dann den Hang herunter rodeln.

DAS war ein Spaß!

Aktuelles:

ständiger Reiterflohmarkt

Betriebspraktikum  mit Pferden

Aktiv-Ausstellung Mit Hobby-Kunst rund um Pferde und andere Tiere

Ausprobieren und/oder fragen, was in der Reitschule nicht geht